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Wie eine Hündin ihre Angst überwand

Lua musste Medikamente nehmen, um zu überleben. Heute ist sie diese los


Ende letzten Jahres las ich im Tages-Anzeiger einen Artikel, wie oft Verhaltenstierärzte Hunden, meist aus dem Tierschutz, Medikamente verschreiben, um deren Ängste abzumildern. Meist sind es Medikamente aus dem Humanbereich, z.B. Gabapentin. Dieses Mittel hat krampflösende (antiepileptische), schmerzlindernde (analgetische) und beruhigende Eigenschaften. Es wird zur Gruppe der Antiepileptika gezählt, also für Epileptiker verwendet. Und eben für Hunde. Lua kam nicht aus dem Tierschutz, sondern erlebte gut zweijährig ein Silvestertrauma. Von da an reagierte sie auf alle Geräusche, bis hin zu Staub saugen. Sie weigerte sich, das Haus zu verlassen. Nach dem Verschreiben der Medikamente reduzierte sich die Angst "auf ein erträgliches Mass". Die Besitzerin sagt: "Wir machten mehr Vor- als Rückschritte (...) es gab gute und weniger gute Phasen. (...) Ich hatte den Eindruck, Lua geht mit der Erwartung aus dem Haus, dass irgendwoher ein unangenehmes beängstigendes Geräusch auftaucht. Sie war permanent unter Anspannung, was sich durch ihre Hektik, das andauernde Scannen der Umgebung und das ständige Ohrenspiel zeigte. Aber eben, knallte es irgendwoher, wollte Lua zurück nach Hause oder ins Auto." Die Arbeit mit einer Schamanin ermöglichte es Lua, zumindest bekannte Wege entspannt zu gehen.

Durch den Artikel zur Trust Technique im Schweizer Hundemagazin kam Lua und seine Besitzerin zu mir. Die Begegnung schildert sie heute so: "Susanne nahm sich sehr viel Zeit für uns, vor allem für mich. Nicht nur Lua durfte lernen, den Raum des Friedens anzunehmen. In erster Linie habe ich an mir gearbeitet. Ich lernte (und lerne immer noch) loszulassen und in diesen Raum des Friedens zu gehen. Seitdem ich mit Susanne gearbeitet habe und auch immer wieder die Trust Technique mit Lua praktiziere, hat Lua laufend Fortschritte gemacht. Heute kann Lua wieder entspannt mit uns spazieren gehen. Selbst wenn Geräusche ertönen, reagiert Lua nicht mehr mit Angst und Panik. In seltenen Fällen, wenn der Stresspegel etwas erhöht ist, kann es sein, dass sie noch mit Flucht reagiert. Und das ist für uns absolut in Ordnung. Passiert das einmal unterwegs, wenden wir die Trust Technique an. Manchmal kann sie es annehmen, dann gehen wir weiter und manchmal nicht, dann gehen wir nach Hause und machen zu Hause eine Session.

Lua hat gelernt, dass sie mitbestimmen darf und dass wir sie ernst nehmen. Und Lua hat gelernt, ihre Angst selber zu überwinden, aus freien Stücken, aber mit unserer Hilfe. Es ist ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Heute gibt es viele, viele gute Tag und manchmal auch einen weniger guten Tag. Letzten Silvester hat Lua nicht mehr vor Angst gezittert und geweint wie an Silvester 2021. Sie konnte ihrem Unmut Luft machen, indem sie gebellt hat. Das ist unter diesen extremen Umständen ein riesiger Fortschritt! Auch die Tage und Wochen danach war Lua nicht ängstlicher oder reaktiver also zuvor.

Mein Fazit: Lua und ich haben einen langen Weg hinter uns. Alles, was wir erlebt haben, hat uns weiter gebracht. Für mich aber ist es eindeutig, dass die Trust Technique uns am meisten geholfen hat. Die Trust Technique ist nicht invasiv und jederzeit und ohne Hilfsmittel anwendbar. Ein 'Tool', das ich nicht mehr missen möchte! Für mich ist die Trust Technique nicht nur wertvoll für den Hund (oder sonst ein Tier), sondern genauso für den Menschen, der die Trust Technique anwendet. Heute habe ich einen fast 'normalen' Hund. Lua geht wieder gerne spazieren, fühlt sich draussen sehr wohl und geniesst es!" Es war wunderbar zu sehen, wie Lua ohne Medikamente - sie konnten 3 Wochen nach Beginn unserer Zusammenarbeit abgesetzt werden! - eine andere Hündin war - wach im Blick, mit Freude am Leben und Neugier für die Umwelt. Ohne sedierende Medikamente! Dieser Geschichte zeigt, dass es möglich ist, zu grossen Teilen Ängste zu überwinden. Aus meiner Sicht gilt der Besitzerin ein grosses Lob auszusprechen. Sie war es, die diese Entwicklung ermöglicht hat. Die Rolle des Menschen in diesem Prozess ist enorm wichtig, sie geht "Hand in Hand". Dazu sagt die Besitzerin: "Für mich war es extrem hilfreich, dass du mich auf mein Verhalten hingewiesen hast. Denn ich hatte meinen Fokus sehr auf Lua und viel zu wenig auf mich in Bezug auf sie. Mir war nicht bewusst, wie viel ich mit meinen Sorgen um Lua zu ihrer Angst beitrug, wie viel Druck ich im Prinzip auf sie ausübte. Dadurch, dass ich diesbezüglich mehr an mir gearbeitet habe, bekam Lua mehr Raum. Somit war das ein sehr wichtiger Teil der Veränderung, wenn nicht sogar der wichtigste Teil überhaupt. Das Tempo war genau richtig, weil ich zuerst begreifen musste, dass ich loslassen darf von meinem 'Helfenwollen'. Damit entstand der Raum für Veränderung. Ich war am Anfang sehr emotional verhaftet in dieser Situation. Durch deine Begleitung, durch die Gespräche konnte ich die Situation mit grösserer emotionaler Distanz betrachten. Alles in Allem war es für mich sehr hilfreich mit dir zusammen die ersten Schritte in diesem Prozess zu gehen. Deine ruhige und einfühlsame Art haben einen guten Rahmen gebildet für mich und Lua. Ich hatte auch den Eindruck, dass es für Lua gepasst hat und sie sich bei den Treffen wohl fühlte." Ich danke Lua und ihrem Menschen für die Offenheit und Neugier, die sie diesem Prozess entgegengebracht haben. Und dass ich diesen Bericht in Auszügen hier veröffentlichen darf!



Hinweise zur Trust Technique Videokurs: https://trust-technique.com/product/trust-technique-lifetime/tt/103/ Kurzeinführung Messages of Trust - aktuell kostenlos buchbar: https://trust-technique.com/product/messages-of-trust/tt/103/


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